Reform der Heilpraktiker-Überprüfungsleitlinien

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit unserer letzten Stellungnahme zum Thema (s. Kommentar / Neue Leitlinien zur Heilpraktiker-Überprüfung vom 02.05.2017) fanden wieder einige unliebsame Ereignisse statt:

Trotz massiver berufspolitisch aufklärender „Gegenmaßnahmen“ durch den Dachverband Deutscher Heilpraktiker e.V. (DDH) ist eine große deutsche Zeitung zwischenzeitlich doch wieder auf den „Antiheilpraktiker-Zug“ aufgesprungen.

Das Alibi-Interview mit einem HP-Vertreter war den Autoren ganze 2 Zeilen wert…

Leider haben wir keinerlei Einfluss auf solche – unter dem Deckmantel der Pressefreiheit erscheinenden – tendenziösen Artikel. 

Ein weiterer Aufreger war die Entschließung des 120. Deutschen Ärztetages vom 23.-26.05.2017 in Freiburg zur Reform des Heilpraktikerwesens.

Dort wurde der Gesetzgeber u.a. aufgefordert, die HP von allen invasiven Maßnahmen und der Behandlung von Krebserkrankungen auszuschließen.

Begründet wurde das mit angeblich fehlenden Standards und Qualitätskontrollen durch die Gesundheitsbehörden.

Gleichzeitig wurde eine staatlich anerkannte Ausbildung u/o akademische Qualifikation abgelehnt.

Diese Entschließung des Ärztetages hat für die HP keine unmittelbaren Folgen – sie ist eine weitere Antiheilpraktiker-Kampagne, mit der wir uns – wie schon seit Jahren – auch in Zukunft auseinandersetzen müssen.

Es gibt leider reichlich Unwissenheit bei den Medien und den Politikern und zahlreiche Neider in der Ärzteschaft, die von unserer Arbeit, unserer Ausbildung und den berufsrechtlichen Grundlagen wenig Ahnung haben. Das hindert sie aber offensichtlich nicht, sich mit teilweise absurden Ausführungen an die Öffentlichkeit zu wenden.
Entscheidend für unseren Berufsstand sind nicht die realitätsfernen Ärztekammer-Forderungen, sondern die Gesetzesänderungen, die im Bundestag beschlossen werden.

Dazu müssen wir die Landtags- und die Bundestags-Wahlen im Herbst abwarten, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben.
Bis jetzt hat der Bundestag die Neufassung der Überprüfungsleitlinien für 2018 beschlossen.

Das Bundesgesundheitsamt arbeitet auch schon daran.

Entgegen ursprünglichen Verlautbarungen sind die Ländergesundheitsministerien (wenn sie wollen) daran beteiligt – die HP-Berufsverbände aber nicht.

Es wurde uns zugesagt, den ersten Entwurf zur Kommentierung zu erhalten – ob das eingehalten wird, bleibt abzuwarten…
Von unserer Seite sind die rechtlichen „Hausaufgaben“ dazu im Dachverband Deutscher Heilpraktiker (DDH) und der Arzneimittelkommission (AMK) aber schon längst in Arbeit.

Darüber hinaus lassen der Freie Verband Deutscher Heilpraktiker (FVDH), der Bund Deutscher Heilpraktiker und Naturheilkundigerer (BDHN, Bayern) unter Federführung der Freien Heilpraktiker (FH) z.Zt. ein gemeinsames, umfangreiches Rechtsgutachten erstellen.

 

Wir sehen der HP-Zukunft grundsätzlich optimistisch entgegen und werden trotz „Nackenschlägen“ alles tun, unseren Berufsstand mit seinen bewährten, freiberuflichen Rahmenbedingungen zu erhalten.
Matthias Mertler
Vorstand des Freien Verbandes Deutscher Heilpraktiker e.V. (FVDH)