Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Besucher unserer Website,

im Namen des Vorstandes, des Präsidiums sowie der Landesleiter des FVDH möchten wir Sie auf unseren Internetseiten herzlich Willkommen heißen.

Ihr Vorstand: Siegfried Schierstedt & Matthias Mertler

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18. November 2019

Wissenschaftliches Gutachten (1) zum Antrag V-01

„Echter Patient*innenschutz: Bevorteilung der Homöopathie beenden!”
Antrag zur Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/DieGrünen
am 15.-17. November 2019 in Bielefeld

Dr. med. Harald J. Hamre, Dr. med. Helmut Kiene
Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie
an der Universität Witten/Herdecke
Zechenweg 6, 79111 Freiburg i. Brsg.

 

Zusammenfassung
Der Antrag „Bevorteilung der Homöopathie beenden!“ enthält falsche bzw. irreführende Aussagen. Das vorliegende Gutachten stellt den drei zentralen Aussagen des Antrags die entsprechenden wissenschaftlichen Fakten gegenüber:

 
1. Zum Wirkungsnachweis von hochverdünnten (homöopathisch potenzierten) Lösungen:
Die Aussage „Eine Änderung der Wirksamkeit eines Stoffes durch die sogenannte Potenzierung ist nicht nachweisbar“ ist falsch. Wirkungen homöopathisch potenzierter Substanzen wurden in vielen Laborexperimenten mittels verschiedener Testverfahren nachgewiesen und auch bei wiederholten Untersuchungen bestätigt.

 
2. Zur Wirksamkeit in Placebo-kontrollierten klinischen Studien:
Die Aussage „Die fehlende Wirksamkeit homöopathischer Verfahren über den Placebo-Effekt hinaus wurde mehrfach in sehr großen und qualitativ hochwertigen Studien dargelegt“ ist falsch. Eine solche Wirksamkeit wurde in vielen klinischen Studien und in entsprechenden Meta-Analysen gefunden, auch bei Studien bzw. Meta-Analysen von höherer methodischer Qualität.

 
3. Zu „Gefahren“ der Homöopathie:
Die Aussage über ein „gesundheitliche[s] Risiko der verspäteten Behandlung durch Symptomverschleppung, wenn Homöopathika bei gefährlichen bzw. chronischen Erkrankungen anstatt eines Medikaments mit pharmazeutischen Wirkstoffen eingenommen werden“ beruht auf spekulativen Behauptungen ohne Evidenzgrundlage und ist von daher irreführend. Dass erforderliche Therapien nicht in Anspruch genommen werden, ist ein Allgemeinproblem in der Medizin. Ob dieses Problem im Kontext der Homöopathie häufiger als sonst vorkommt, ist offen. Die diesbezügliche Datenlage aus Fallberichten und vergleichenden Studien spricht gegen eine solche Hypothese. Auffällig ist die Diskrepanz: Diese Aussagen sollen ein „Bekenntnis zu einer auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Gesundheitspolitik“ sein, es wird aber die tatsächliche Datenlage ignoriert und es werden lediglich ungeprüfte populäre Meinungsäußerungen übernommen.

 

(1) Erstellt für die Internationale Akademie für Integrative Wissenschaftlich Orientierte Homöopathie, Berlin

 

 

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7. November 2019

Kommentar: Rechtsgutachten zum Heilpraktikerrecht:

Das Bundesministerium für Gesundheit hat am 30.10.2019 eine öffentliche Ausschreibung für die Erstellung eines Rechtsgutachtens zum Heilpraktikerrecht ausgeschrieben, aber kein Gesetz auf den Weg gebracht – es geht also nicht um ein „Abschaffungs-Gutachten!“!

Das Rechtsgutachten soll das Heilpraktikerrecht einschließlich der dazu ergangenen Rechtsprechung umfassend aufarbeiten und insbesondere klären, ob und welchen rechtlichen Gestaltungsspielraum der Bundesgesetzgeber im Falle einer Reform des Heilpraktikerrechts zur Stärkung der Patientensicherheit hätte.

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung aus CDU/CSU/SPD sieht vor, dass „das Spektrum der heilpraktischen Behandlung im Sinne einer verstärkten Patientensicherheit zu überprüfen“ ist.
Von vielen zu untersuchenden Aspekten zum Heilpraktikerrecht ist die „Abschaffungsfrage“ in der Rechtsgutachten-Anforderung nur ein zu untersuchender Punkt.
Diese Überprüfung wird nun durch das Gutachten auf den Weg gebracht.
Das Ergebnis ist derzeit offen.
Die Landesgesundheitsminister-Konferenz tagt voraussichtlich im Juni 2020 in Berlin zum Thema.

In jedem Fall wissen wir dann aber, auf was wir uns einstellen müssen und wie wir konkret reagieren können.
Schon seit Jahren unterstützt der FVDH die juristischen Aktivitäten der Freien Heilpraktiker (FH), Düsseldorf in Kooperation und Absprache, sodass wir bestens auf Widersprüche und Eingaben bis hin zum Bundesverfassungsgericht vorbereitet sind.

Wir sind „am Ball“ und werden Sie weiterhin unterrichten

Siegfried Schierstedt
Matthias Mertler
Vorstand FVDH

5. November 2019

Kommentar zum TV-/Panorama-Beitrag vom 31.10.2019: „Behörde fordert: Heilpraktiker abschaffen“

In diesem Beitrag kam u.a. ein Gesundheitsamt-Mitarbeiter aus Berlin zu Wort, der vehement die Abschaffung des Heilpraktikers forderte. Die Argumentation war wieder unterste Schublade und von Unwissen u/o Ignoranz geprägt („…HP können Heilversprechen machen / haben keine vernünftige Ausbildung / sind gefährlich…“).

Wenn nicht gerade unsere Kollegen aus dem Dachverband (DDH), die einen rel. guten Draht zu Regional- und Bundespolitikern in Berlin haben, dem Vorgesetzten des Gesundheitsamt-Mitarbeiters etwas stecken können, wird es keine Konsequenzen haben – maximal sowieso nur: „…du, du, du – sag das nicht noch mal“…

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29. Oktober 2019

Kommentar zur aktuellen Rechtslage, Thema: Verbot der Eigenblutbehandlung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) ist am 15.08.2019 per Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft getreten.
Es enthält eine Änderung, die sich auf naturheilkundliche Eigenblutbehandlungen auswirkt:

§13 Abs. 2b AMG gestattet Heilpraktikern die Herstellung von nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, sofern diese unmittelbar in der Praxis bei einem Patienten angewendet werden.
Die Verschreibungspflicht wird in der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) geregelt.
Gem. Anlage 1 zur AMVV unterliegen „Blutzubereitungen humanen Ursprungs“ aber der Verschreibungspflicht.
Ausgenommen von der Verschreibungspflicht sind Zubereitungen nach einer homöopathischen Verfahrenstechnik – insbesondere nach den Regeln des Homöopathischen Arzneibuches, wenn die Endkonzentration die vierte Dezimalpotenz nicht übersteigt (§5 AMVV).
Dem gegenüber erlaubt das Transfusionsgesetz die homöopathische Eigenblutbehandlung ohne Dezimalpotenz-Einschränkung.
Die Aufklärung dieses Widerspruchs durch die Rechtsprechung steht allerdings noch aus!
Denn bei der klassischen Eigenblutbehandlung ohne Zusätze ist fraglich, ob es sich überhaupt um eine Blutzubereitung handelt…
Leider liegen inzwischen Gerichtsentscheidungen vor, die das Verbot der Eigenblutbehandlung erstinstanzlich bestätigt haben und über die Aufsichtsbehörden zu Untersagungsverfügungen und Widerspruchsverfahren führten.

Die Mitgliedsverbände des Dachverbandes Deutscher Heilpraktikerverbände e.V. (DDH), zu denen auch der FVDH gehört, waren an diesen Prozessen nicht beteiligt und distanzieren sich ausdrücklich von der Vorbereitung, Argumentation / Begründung und Durchführung dieser Prozesse!

Was bedeutet das nun für unseren Praxisalltag? Unsere Empfehlungen:
- Streichen Sie alle Werbemaßnahmen für nicht-homöopathische EB-Behandlungen
(Homepage – cave Abmahnung! Info-Flyer…)
- Klären Sie Ihre Patienten über die unklare Rechtslage auf
- Erkundigen Sie sich bei Ihrer Berufshaftpflichtversicherung, ob die EB-Risiken zukünftig noch abgedeckt sind
Sie müssen sich entscheiden:
- entweder Sie stellen alle nicht-homöopathischen EB-Anwendungen ein
- oder Sie nehmen das Risiko staatlicher Sanktionen in Kauf – das Risiko ist nicht unerheblich:
Theoretisch möglich sind strafrechtliche, berufsrechtliche (bei wiederholten Verstößen bis zum Widerruf der Heilpraktikererlaubnis) und zivilrechtliche Sanktionen (Abmahnung durch Wettbewerbsverbände und Schadensersatzforderungen von Patienten).

Informieren Sie uns auf jeden Fall über behördlichen Schriftverkehr!

Übrigens: alle Aussagen der Berufsverbände – so auch diese Ausführungen – haben keinen rechtsverbindlichen Aussagewert – Anordnungen der Gesundheitsämter sind dagegen verbindlich!
Ob die o.g. Urteile rechtskräftig werden, bleibt abzuwarten – die DDH-Verbände und die Arzneimittel-Kommission (AMK) sind aber „am Ball“…

Siegfried Schierstedt
Matthias Mertler
Vorstände des FVDH e.V.

S.a. Infos der AMK zum Thema Eigenblut v. Sept. 2018 im Mitgliederbereich.

19. Juni 2019

Deutscher Heilpraktikertag Karlsruhe 2019

Durch die Umbauarbeiten am Kongresszentrum, die sich wohl auch noch bis Ende 2020 hinziehen werden, wurde der traditionelle Heilpraktiker-Kongress des Dachverbandes Deutscher Heilpraktiker-Verbände e.V. (DDH) zum zweiten Mal in der Gartenhalle durchgeführt.
Trotz großer organisatorischer Herausforderungen fanden sich an die 160 Aussteller pharmazeutischer und med.-technischer Firmen und ca. 850 Besucher wieder bei herrlichstem Wetter ein, um informative Gespräche und Kontakte zu knüpfen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle für das Interesse der Kolleginnen und Kollegen und bei den Ausstellern für ihr Engagement und die Unterstützung unseres Berufstandes.

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